Protokoll zur Mitgliederversammlung der Fachgruppe CSCW am 4.9.2006

Zeit: 4.9.2006, 18:05 – 19:10 an der Fachhochschule Gelsenkirchen
(am Rande der Tagung Mensch und Computer 2006)

Anwesend:
Michael Koch (Sprecher, Protokoll), Steffen Budweg, Tom Gross, Thomas Herrmann,
Horst Oberquelle

Der Sprecher der Fachgruppe M. Koch eröffnet die Veranstaltung, begrüßt alle Anwesenden und stellt die für die Veranstaltung vorgesehene Tagesordnung vor, zu der es keine Ergänzungs- oder Änderungswünsche gibt.

Tagesordnung:

  1. Bericht des Sprechers
  2. Neuwahl des Leitungsgremiums
  3. Sonstiges / Anregungen der Mitglieder

TOP 1) Bericht des Sprechers

Nachdem mit der heutigen Mitgliederversammlung die dreijährige Amtszeit des aktuellen Leitungsgremiums endet, fasst der Sprecher der Fachgruppe zuerst die Vorhaben und Aktivitäten der letzten drei Jahre kurz zusammen:

  1. Wiederbelebung der Verbindung zur Wirtschaftsinformatik
  2. Steigerung der Bekanntheit der Fachgruppe, Öffentlichkeitsarbeit
  3. Unterstützung/Förderung des Nachwuchses
  4. Unterstützung für Austausch/Lehre rund um CSCW

Ad 1)

In den vergangenen Jahren konnte der Kontakt zur Wirtschaftsinformatik-Community wiederbelebt werden. So war die Fachgruppe auf der Multikonferenz Wirtschaftsinformatik im Frühjahr 2006 in Passau mit einer Teilkonferenz präsent und richtet auf der Tagung Wirtschaftsinformatik 2007 in Karlsruhe einen eigenen Track mit dem Titel „Collaborative Business“ aus, zu dem überdurchschnittlich viele Einreichungen eingegangen sind. Auch auf internationalen Wirtschaftsinformatik/Information Science-Veranstaltungen war die Fachgruppe präsent – u.a. durch einen eingeladenen Vortrag zu CSCW von M. Koch auf der frankophonen Wirtschaftsinformatik-Tagung im Sommer 2006 in Luxemburg.

Die Aktivitäten sollen fortgesetzt werden – neben der weiteren Präsenz auf den Wirtschaftsinformatik-Tagungen z.B. durch Initiierung eines Sonderheftes der Fachbereichszeitschrift Wirtschaftsinformatik und die Ausrichtung eines Einführungstutoriums auf der Tagung Wirt-schaftsinformatik 2007.

Ad 2)

Bezüglich der Steigerung der Bekanntheit der Fachgruppe / dem Gewinnen bzw. Aktivieren von Mitgliedern für die Fachgruppenarbeit wurden bisher hauptsächlich die Website zur Fachgruppe ausgebaut und ein Flyer mit Informationen zur Fachgruppe erstellt.

Mit diesem Informationsmaterial soll in Zukunft verstärkt Werbung betrieben werden – wozu auch eine intensivere Kommunikation der Aktivitäten der Fachgruppenleitung an die Mitglieder bzw. die Öffentlichkeit gehört.

Ad 3)

Zur Unterstützung des Nachwuchses wurde vor drei Jahren das CSCW/MCI-Doktorandenseminar ins Leben gerufen und dreimal im Rahmen der Mensch-und-Computer Tagungen ausgerichtet. Die Teilnehmer stuften die Veranstaltungen zwar immer als sehr gut und fortführenswert ein, es war aber immer schwierig neue Doktoranden für die Veranstaltungen zu gewinnen – es ist also nicht gelungen eine entsprechende Kultur in der deutschsprachigen CSCW/MCI-Community zu etablieren. So musste das für die Mensch-und-Computer 2006 geplante Doktorandenseminar wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.

Für die nächste Mensch-und-Computer Tagung soll noch mal ein Anlauf unternommen werden und mit stärkerer persönlicher Werbung begleitet werden.

Ad 4)

Eine weitere Aufgabe der Fachgruppe ist die Förderung des Austausches zu CSCW. Hierzu gab es zwei Projekte / Bestrebungen: a) Die Förderung des Austausches zur CSCW-Lehre und b) das Fortführen/Erstellen von Büchern zum Thema.

a) CSCW-Lehre: Wolfgang Prinz hat die Aufgabe übernommen Information zu verschiedenen Lehrveranstaltungen zu CSCW im deutschsprachigen Raum zusammenzutragen und damit aktuelle und potentielle CSCW-Dozenten im Informationsaustausch zu unterstützen. Neben der Umfrage wurde auf der Tagung Mensch-und-Computer 2005 ein Workshop organisiert in dem das Feld etwas strukturiert worden ist und ein weiterer Austausch vereinbart worden ist. Dazu wurde ein BSCW-Arbeitsbereich eingerichtet.

Für die Zukunft sollen Information und Anregungen zur CSCW-Lehre auf einer Website zusammengefasst werden und ein Vorschlag für ein CSCW-Curriculum erstellt werden.

b) CSCW-Bücher: Das letzte Projekt der CSCW-Fachgruppe war die Organisation der Erstellung des „CSCW Kompendiums“, das 2001 im Springer Verlag erschienen ist. Erste Nach-fragen bei Verlagen und CSCW-Aktivisten zeigen Interesse an einem aktualisierten allgemeinen Buch zu CSCW für die Lehre und Praxis – allerdings nicht als Herausgeberwerk, sondern als konsistentes Werk durch einen oder zwei Autoren. Als erster Schritt in die Richtung wurde in den letzten zwölf Monaten von T. Gross und M. Koch auf Anfrage ein knappes (200 Seiten) CSCW-Grundlagenwerk für die Reihe Interaktive Medien von M. Herczeg im Oldenbourg Verlag erstellt, das Ende des Jahres 2006 erscheinen soll.

Nach Meinung der Mitgliederversammlung löst das Buch aber nicht das Problem der Verfügbarkeit von ausführlichem gut strukturiertem Lehr- / Einführungsmaterial zum Thema CSCW (zu knapp). Außerdem wäre ein Werk in Englischer Sprache wünschenswert.

Vorläufig sollen erst die Aktivitäten bei der Sammlung / Strukturierung von CSCW-Lehrmaterial fortgeführt werden mit dem mittelfristigen Ziel daraus ein ausführliches Lehr-/Einführungsbuch zu generieren.

 

Nach der Zusammenfassung der Pläne und Aktivitäten der vergangenen Jahre (mit einigen Anmerkungen zur Fortführung in der Zukunft) geht der Sprecher noch kurz auf die weitere konkrete Pläne für die Zukunft ein.

  1. Unterstützung/Förderung des Nachwuchses / Öffentlichkeitsarbeit
  2. Unterstützung der CSCW-Lehre
  3. Einbindung von CSCW-Praktikern

Ad 1)

Neben der Fortführung der Doktorandenseminare soll / kann auch die Unterstützung von Diplomanden vorangetrieben werden.

Außerdem soll die Kommunikation der Ergebnisse von Doktoranden verbessert werden. Idee dazu ist ein „Dissertationentisch“ auf den Tagungen, auf dem die Dissertationen der letzten zwei Jahre zur Information ausgelegt werden.

H. Oberquelle bemerkt, dass die Fachgruppe in ihrer Öffentlichkeitsarbeit neben der Ver-wendung des Kernbegriffs CSCW auch darauf eingehen sollte, dass der Fokus der Fachgruppe nicht nur den engen Arbeitsaspekt umschließt, sondern breiter ausgelegt ist. Der Sprecher bemerkt dazu, dass am Begriff CSCW festgehalten werden soll, dieser aber durch aktuelle Begriffe ergänzt werden soll um auf neue Entwicklungen und den breiteren Fokus hinzuweisen. So bieten T. Gross und M. Koch für die Jahrestagung der GI eine Tutorium zum Fokus „Social Software“ an.

Ad 2)

Das bisher gesammelte Material zur CSCW-Lehre soll besser verfügbar gemacht werden und kontinuierlich ergänzt werden. Zusätzlich sollen die Diskussionen zur CSCW-Lehre in einem CSCW-Curriculum zusammengefasst und veröffentlicht werden. Dazu sollen auch Praktiker angesprochen werden um abzufragen, welche Fähigkeiten im Bereich CSCW in der Praxis gefragt sind.

Ad 3)

Im vergangenen Jahr wurde die Fachgruppe sowohl von CSCW-Praktikern als auch von Unternehmen, die auf der Suche nach CSCW-Praktikern waren, angesprochen, ob die Fachgruppe eine Vermittlung unterstützen kann. Diese Idee soll in der nächsten Zeit vorangetrieben werden – u.a. um damit verstärkt Praktiker in die Fachgruppe und die Fachgrup-penarbeit einzubinden.

TOP 2) Neuwahl des Leitungsgremiums

Nach der letzten Wahl im Jahr 2003 steht für dieses Jahr wieder eine Neuwahl des Leitungsgremiums der Fachgruppe an. Dazu wurde über Mailinglisten, Website und Fachbereichszeitschriften eingeladen.

Zur Wahl stehen acht bis zehn Positionen im Leitungsgremium der Fachgruppe. Das neu gewählte Leitungsgremium wählt dann aus seiner Mitte einen neuen Sprecher und einen neuen stellvertretenden Sprecher.

M. Koch stellt als Wahlvorschlag für das neue Leitungsgremium folgende Liste von Personen vor. Die im Wahlvorschlag genannten Personen sind entweder anwesend und stimmen einer Wahl zu oder haben diese Zustimmung im Vorfeld erklärt.

  • Tom Gross
  • Michael Koch
  • Jan-Marco Leimeister
  • Kathrin Möslein
  • Volkmar Pipek
  • Wolfgang Prinz
  • Gerhard Schwabe
  • Volker Wulf
  • Assoziiert: Stefan Uellner

Als Wahlleiter wird von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag von H. Oberquelle einstimmig T. Herrmann, IAW, Ruhr-Universität-Bochum, gewählt.

Der Wahlleiter fragt nach, ob zusätzliche Vorschläge für die Wahlliste vorliegen.
Als zusätzlich Kandidat wird Steffen Budweg vorgeschlagen – zur Verstärkung der Nachwuchsarbeit (Doktoranden, Diplomanden) im Leitungsgremium.

Nachdem es keine weiteren Vorschläge zur Erweiterung des Wahlvorschlags gibt und die Zahl der vorgeschlagenen Mitglieder die Anzahl der möglichen Mitglieder nicht übersteigt, stellt der Wahlleiter die komplette Liste zur Abstimmung.

Die Liste wird von den anwesenden Fachgruppenmitgliedern ohne Gegenstimmen einstimmig angenommen.

Der Wahlleiter gibt die Leitung der Sitzung an den aktuellen Sprecher der Fachgruppe zurück, der diesem für die Durchführung der Wahl dankt.

TOP 3) Sonstiges / Anregungen der Mitglieder

Unter TOP 1 wurden im Rahmen des Berichts des Sprechers bereits einige Punkte für die zukünftigen Aktivitäten der Fachgruppe besprochen. Der Sprecher bittet an dieser Stelle um weitere Anregungen, die dem neuen Leitungsgremium auf den Weg gegeben werden können.

Von V. Pipek liegt die Anregung vor, dass die Fachgruppe zentrale mit dem von der Fachgruppe abgedeckten Themenbereich zusammenhängende Begriffe im Wikipedia Online-Lexikon pflegen sollen.

Die Idee wird grundsätzlich gut geheißen. Neben den zentralen Begriffen „CSCW“ und „Groupware“ werden als weitere Begriffe die aktuellen Synonyme/CSCW-nahen Teilbereiche „Social Software“, „Community-Unterstützung“ und „Virtuelle Gemeinschaft/Virtual Community/Online Community“ vorgeschlagen.

Bezüglich der Weiterführung der Website der Fachgruppe soll geprüft werden, ob die Inhalte auf den Content Management Server der GI migriert werden solle (unter Verlust der Mailinglisten/interaktiven Funktionen) oder ob die aktuelle Website weitergeführt/aktualisiert werden soll.

S. Budweg erinnert an die Pläne, einen Nachwuchsworkshop für Diplomanden und Dokto-randen zu organisieren – mit dem mittelfristigen Ziel eine deutschsprachige Nachwuchskonferenz zu initiieren. Dies soll im Rahmen der bereits angesprochenen Doktorandenseminare angeschoben und später vielleicht ausgebaut werden.

S. Budweg regt an, zukünftig vermehrt die Verschiedenen GI-internen Kanäle zur Kommunikation zu nutzen, z.B. zum Ansprechen von in der GI aktiven Studierenden.

Das von T. Gross und M. Koch regelmäßig durchgeführte CSCW-Tutorium soll in Zukunft um Themenfoki ergänzt und damit an aktuelle Entwicklungen angepasst werden und besser auf den breiteren Fokus von CSCW hinweisen.

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